Muss ich mein Kind versichern?

Zwei Verträge die ihr braucht – und welche ihr vergessen könnt.

Ja. und nein. ich meine Jain! Welche Versicherungen wirklich Sinn ergeben und wo ihr eure Sorgen noch für ein paar Jahre vergessen könnt, lest ihr hier:

Chronologisch sieht es folgendermaßen aus:

Wird ein Kind geboren, kommt es zwar nackt, aber nicht ohne Versicherung zur Welt. Also in Deutschland jedenfalls. Als Kind eines angestellten, pflichtversicherten Paares ist das Kind mit seiner Geburt „familienversichert“, das gilt für Kranken- wie Pflegeversicherung. Ohne die Krankenversicherung jetzt weiter aufzudröseln (siehe unten) gilt als Faustregel: Wer angestellt ist und weniger als 60.000€ brutto pro Jahr verdient, ist gesetzlich krankenversichert. Bist du privat kankenversichert, hast du 3 Monate ab der Geburt Zeit, das Kind bei der Krankenversicherungsgesellschaft zu melden. So lang werden die Kosten von der mütterlichen Kasse gedeckt.

An dieser Front also wenig Sorgen. Bei gesetzlicher Krankenversicherung gibt es die Möglichkeit, für das Kind bei einem privaten Krankenversicherer einen Zusatztarif abzuschließen. Dieser versichert dann im Zweifel Leistungen, die in der gesetzlichen KV nicht oder nur gering versichert sind, so zum Beispiel die Zahnspange, eine Brille oder Einbettzimmer mit Chefarztbehandlung beim stationären Aufenthalt. Besonders sinnvoll hier: Manche Versicherer bieten eine Art Gesundheitsgarantie an, mit der das Kind zu einem späteren Zeitpunkt eine private Krankenversicherung abschließen kann, auch wenn es in der Zwischenzeit erkrankt. So kannst du deinem Kind den späteren Eintritt sichern, den es vielleicht wegen Selbstständigkeit oder Verbeamtung nötig wird. Wer krank ist, kann sich nämlich bei einem privaten Versicherer in der Regel nicht mehr krankenversichern.

Zusammengefasst: Tipp1 – kleine private KV für den Kleinen überdenken, es ist nicht teuer, aber im Zweifel Gold wert.

Haftpflicht, Hausrat, Glas, und Licht sind für kleine Kinder nicht

Wenn es nun älter wird, ist das Kind bis zum Ende der ersten Ausbildung, solang es bei dir wohnt, in deiner privaten Haftpflichtversicherung, die du hoffentlich hast kostenlos mitversichert, solang du den Familientarif hast. Bescheid zu sagen schadet also nicht. Bei den meisten Versicherern handelt es sich um denselben Tarif wie den für Paare.

Rechtlich betrachtet ist der Hausrat des Kindes derselbe wie deiner, also ist die Habe des Kindes auch hier mitversichert, das Gleiche gilt in der Glasversicherung.

Tipp 2 – nicht bequatschen lassen! Diese Verträge braucht euer Kind nicht, wenn ihr sie habt!

Unfallversicherung

Hier wirds nochmal wichtig – Unfallversicherung.

Kaum eine Gruppe verunfallt so viel wie Kinder – weil sie so stürmisch und viel unterwegs sind. In den allermeisten Fällen geht das glimpflich aus, Gott sei Dank, aber was, wenn nicht. Es kann passieren, dass das junge Leben nach einem Unfall eine scharfe Kurve nimmt, im Falle einer Invalidität. Um klar zu sprechen – sollte dein Kind aufgrund eines Unfalles die Möglichkeit, eines oder mehrere seiner Körperteile zu nutzen, zu verlieren, ist das eine harte Situation. Auch finanziell.

Konstruieren wir mal die Situation eines Kindes im Rollstuhl aufgrund eines Unfalles. Die Familie muss vielleicht umziehen, die Wohnung behindertengerecht umbauen lassen, man braucht ein anderes Auto, un dergleichen mehr. Hier macht es Sinn, wenn ein Versicherer eine größere Geldsumme freimacht, um wenigstens den finanziellen Teil der Gleichung zu vereinfachen.

Eine Unfallversicherung hat keine Gesundheitsprüfung und ist abschließbar, wenn noch keine Invalidität vorliegt. Sie ist auch nicht besonders teuer, also bitte unbedingt gleich machen!

Tipp 3 – eine gute Unfallversicherung abschließen, sollte nicht mehr als 15€ pro Kind kosten und mindestens eine Auszahlung bei Vollinvalidität von 750.000€ haben.

Was ändert sich eigentlich für mich als Elternteil?

Gerade wenn die ganze Familie an einem Einkommen „hängt“ solltet ihr dringend über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Gerade wenn ihr eure gemeinsame Zukunft aufbaut, sollten keine Sorgen über die Finanzen belasten. Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung, die den Faktor Krankheit und Unfall aus eurer Einkommensplanung streicht, kostet nicht mehr als 10-15% eures Einkommens.

Auch das Thema Pflegeversicherung solltest du, vor Allem wenn deine Kinder schon älter sind, mit dem Berater deiner Wahl erörtern. Dafür stehen wir natürlich auch gern zur Verfügung. Wird jemand pflegebedürftig, sind die nächsten Angehörigen zahlungspflichtig. In meinen Augen nichts, was man seinem Kind zumuten möchte, wenn es sich verhindern lässt.

Tipp 4 – Überprüft die Verträge, die euer Einkommen sichern. Vor Allem im Bezug auf Höhe der vereinbarten Leistung und Laufzeit!

Krankenversicherung – kurz und bündig

In Deutschland ist der Regelfall die sogenannte Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung. Jeder, der angestellt ist und unter 60.750€ brutto jährlich (2019) verdient, ist pflichtversichert.

Nur wer mindestens ein Jahr lang mehr verdient hat und das voraussichtlich auch weiter tut, bekommt die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Das ergibt vor Allem für junge Menschen Sinn, da in der privaten Krankenversicherung nicht das Einkommen, sondern das Eintrittsalter und der gewünschte Versicherungsschutz die Bezugsgröße für den Beitrag sind.

Wenn nun eines der Elternteile privat krankenversichert ist und beide zusammen leben und das gemeinsame Sorgerecht haben, so ist das Kind automatisch privat krankenversichert und kann nicht familienversichert werden in der gesetzlichen KV. Überlegt also vor dem Wechsel in die private Krankenversicherung, ob und wie viele Kinder ihr haben möchtet, da jedes Kind mit ca 200€ monatlich in der PKV zu Buche schlägt.

Nichts desto trotz ist natürlich der Versicherungsschutz in der privaten Krankenversicherung um ein Vielfaches besser.

Viel Erfolg für eure Familienfinanzen wünscht

Mario

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